Christus, heiliger Giorgi und alte Götter in Gorijvari

Am Rande meiner Heimatstadt Gori, auf einer schwer erreichbaren Bergspitze ist ein im 4. Jh. gebautes kleines Kloster Gorijvari von Ferne in den Wolken zu sehen.  Diese kleine Kirche trägt den Namen des heiligen Georg (georgisch: Giorgi, წმინდა გიორგი) und wie die Legende erzählt, sein Schädel wäre im Fundament der Kirche eingebaut.

gorijvari christus

Noch Lange vor dem Christentum war die Bergspitze ein Zuhause für die alte Götter. Wie manche Quellen behaupten, hier sei das Haus des Mondes gewesen – daher auch die Tradition hier ein Huhn zu schlachten. Dann haben die  Christen auf dem Berg ein Kreuz aufgebaut (mit oder ohne Frieden wissen wir nicht genau) und so kam der Name Gori Jvari (Gori ist die Stadt, Jvari bedeutet Kreuz auf Georgisch) zum Gebrauch.

Seit dem sind Jahrhunderte, Kriege und Regierungen vergangen aber alte Götter ließen sich nicht vergessen und assimilierten mit den religiösen Vorstellungen der Georgier.

Heute noch werden am Gorijvari Opfertiere für den heiligen Georg geschlachtet. Viele Georgier, die ein Unglück erleben ( eine schwere Operation, ein Unfall, Kinderwunsch etc.) bringen ein „Opfer“ mit, laufen barfuß zum Gorijvari ( ich sagte bereits, der Berg ist schwer erreichbar!), versprechen ein Opfertier als Dankeschön für die Hilfe und glauben tiefst und fest daran.

schlachten der opfertieren

Georgische Kirche nimmt Abstand von der ganzen Geschichte, aber dieses Schlachtfeld befindet sich genau neben der Kirche.

gorijvari

Alte Grabsteine an der Kirche – auf einem 300 alten Stein konnten wir sogar noch den Text lesen.

grobsteine in gorijvari

Besonders viel los ist in Gorijvari am 23. November – an dem Tag des heiligen Georg oder Giorgi, wie es in Georgien ausgesprochen wird. An diesem Tag wird in der Kirche gebettet, die Kerzen angezündet, draußen gefeiert und als Dankeschön wird ein Huhn oder ein Schaf geschlachtet. Ob wo anders in Georgien die Opfertiere geschlachtet werden, weiß ich nicht – hier bin ich aber aufgewachsen und öfters auch selber dabei gewesen.

gorijvari kirche eingang

gorijvari kirche hof

gorijvari kirche

Der Weg zum Gorijvari ist lang und für Autos nicht geeignet. Immerhin, mutige und kraftvolle Fahrradfahrer sind willkommen!

weg zum gorijvari

Auf dem Weg nach Gorijvari läuft man an den offenen Quarzstoffen vorbei – sie könnten wir direkt aus der Erde nehmen!

quarz in gorijvari

quarz aus der erde

So schön war an diesem Abend Schida Kartli (georgisch: შიდა ქართლი) und Blick über den Fluss Mtkvari (georgisch: მტკვარი).

wunderschönes georgien-shida kartli

blick über gori

blick von gorijvari

Ich habe für euch noch ein Video im Netz gefunden:

Ich sagte ja, in Georgien haben alte Götter mit dem Christentum assimiliert. Zusätzlich gibt es immer mehr Gläubigen die es für eine gute Tat halten, für die Kloster ein Facebook Profil zu erstellen. Hier Gorijvari auf Facebook. 

 

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